Wenn die Außentemperaturen unter Null sinken, genießt man die angenehme Wärme in den eigenen vier Wänden. In dieser Zeit lüften viele Menschen nicht zu viel, um die Kälte draußen zu halten. In ungelüfteten Räumen können sich jedoch Gase ansammeln, die die Gesundheit gefährden können. Dies ist besonders in Deutschland ein Problem, wo die Werte derzeit ansteigen.
Radon ist ein geruchloses, radioaktives Edelgas, weshalb es mit den Sinnen nicht wahrnehmbar ist. Es dringt aus dem Erdreich durch Ritzen oder Rohre im Keller in Häuser ein. Wenn die Fenster im Winter immer geschlossen sind und die Luft im Haus nicht umgewälzt wird, steigt die Radonkonzentration an. Das kann weitreichende Folgen für die Gesundheit haben, denn es ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.
Wenn der menschliche Körper über einen längeren Zeitraum Radon ausgesetzt ist, reichern sich die Radonpartikel in der Lunge an und verursachen weitere Schäden. Sie erzeugen Strahlung, die Zellen schädigt. Je mehr Radon ein Mensch ausgesetzt ist, desto mehr steigt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Die Folgen können sich jedoch erst nach Jahrzehnten bemerkbar machen. Raucher sind am meisten gefährdet und können viel früher an Krebs erkranken.
Radon entsteht durch den Zerfall von Uran und Radium im Boden. Sobald es in Häuser eindringt, sind die höchsten Werte vor allem in Kellern und im Erdgeschoss zu finden. Nach und nach gelangt es jedoch auch in andere Teile des Hauses. In Deutschland ist es vor allem in Gebirgsregionen zu finden, insbesondere in Teilen des Bayerischen Waldes und des Saarlandes.
In Deutschland wurde ein Referenzwert für die Radonkonzentration festgelegt, um festzustellen, ob die menschliche Gesundheit gefährdet ist. Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Wert auf 100 Becquerel pro Kubikmeter Innenraumluft festgelegt hat, gilt in Deutschland ein Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter in den Wohnräumen eines Hauses.
„Da die Radonkonzentrationen im Jahresverlauf stark schwanken, wird für die gesundheitliche Bewertung ein Jahresmittelwert herangezogen. Auch bei großen Unterschieden zwischen Winter und Sommer können die Radonwerte in einem Gebäude im Durchschnitt im Normalbereich liegen“, so das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Laut Statistik sind rund 10,5 Millionen Menschen Werten über 100 Becquerel ausgesetzt, 2 Millionen überschreiten den Wert von 300 Becquerel.
Experten raten den Deutschen, die Radonkonzentration regelmäßig zu messen. Dabei kommen einfache Messgeräte zum Einsatz, deren Ergebnisse dann an die zuständigen Behörden übermittelt werden.
Das beste Mittel zur Reduzierung der Radonkonzentration ist regelmäßiges Lüften. Gleichzeitig ist es wichtig, Fugen und Risse abzudichten, durch die Radon eindringen kann. Ein Mensch atmet pro Tag etwa 10 bis 20 Kubikmeter Luft ein, so dass die Radonexposition bei jedem Menschen unterschiedlich ist. Häufig geöffnete Fenster können das Risiko jedoch erheblich verringern.