7 LEBENSMITTEL, DIE DIE SPERMIENQUALITäT VERBESSERN

Auch wenn die wenigsten wissen, wie es um ihre Spermien steht, verbinden viele Männer damit ein Gefühl der Männlichkeit und Potenz. Und sobald sich ein Kinderwunsch regt, ist eine hohe Spermienqualität der Sache natürlich dienlich. Für eine erfolgreiche Zeugung sollte nicht nur die Frau, sondern auch der Mann möglichst gut mit Nährstoffen versorgt sein. Zum Glück hat man(n) einen gewissen Einfluss darauf. FITBOOK zeigt Ihnen sieben Lebensmittel, die die Spermienqualität verbessern.

Eine internationale Studie zur Spermienqualität von Männern lässt aufhorchen: Seit 50 Jahren befinde sich die Qualität im Abwärtstrend. Die Ursachen hierfür sind multifaktoriell, doch lassen sich einige auch beeinflussen. Zum einen sollten ungesunde Gewohnheiten wie Rauchen, Alkohol oder der Konsum von Drogen vermieden werden. Ebenso können Stress und Übergewicht die Spermienqualität beeinträchtigen. Das hatten israelische Forscher von der Hebrew University-Hadassah bereits 2017 in einer Metaanalyse nachgewiesen. Zum anderen übt auch die Ernährung einen Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit aus. Welche Lebensmittel die Spermienqualität wissenschaftlich belegt verbessern, erfahren Sie bei FITBOOK.

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1. Tomatenmark

Das Konzentrat von Tomaten enthält eine Menge Lycopin. Es ist ein wertvoller sekundärer Pflanzenstoff, welcher antioxidativ wirkt und die Abwehrkräfte stärkt. Und: Bei Männern kann eine lycopinreiche Ernährung die Spermienqualität und Zeugungsfähigkeit verbessern. Das haben Forscher der britischen Universität Sheffield in einer Studie mit 60 Männern, welche Lycopin als Nahrungsergänzungsmittel einnahmen, herausgefunden.1

2. Nüsse

In einer Studie mit 119 Männern zwischen 18 und 35 haben Forscher der spanischen Universität Rovira i Virgili herausgefunden, dass Nüsse sowohl die Spermienqualität als auch die Menge erhöhen. Bei denjenigen Probanden, die über einen Zeitraum von 14 Wochen täglich eine 60-Gramm-Nussmischung (bestehend aus Mandeln, Hasel- und Walnüssen) bekamen, hatte sich die Spermienanzahl im Vergleich zur Kontrollgruppe um 14 Prozent erhöht. Auch stieg die Vitalität der Spermien um vier Prozent, die Beweglichkeit um sechs Prozent und sie waren um ein Prozent größer. Als mögliche Erklärung nennt die Studie die Nährstoffe der Nüsse, die u. a. reich an Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und B-Vitaminen sind.2

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Nebeneffekt von Nüssen – Sie sollen auch Lust und Orgasmus beeinflussen

In einer Teilstudie des „FERTINUTS-Projekts“ aus dem Juni 2019 gelangten die spanischen Forscher zusätzlich noch zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von Nüssen einen positiven Effekt auf das sexuelle Verlangen und die Orgasmusqualität bei Männern haben soll. Untersucht wurden insgesamt 83 Probanden zwischen 18 und 35 Jahren mit westlicher Ernährungsweise in einem Zeitraum von 14 Wochen. Diese wurden in eine Nuss- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt, wobei die Nussgruppe eine 60-Gramm-Mischung aus Walnüssen, Haselnüssen oder Mandeln in ihre tägliche Ernährung integrierten.

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3. Fischölkapseln

Ein Team der dänischen Universität in Odense hat in einer Studie herausgefunden, dass bei Männern, die regelmäßig Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischölkapseln einnahmen, die Hodenfunktion besonders gut war.3 Im Vergleich mit Probanden, die das Nahrungsergänzungsmittel gar nicht konsumierten, hatten sie ein um 0,64 Milliliter größeres Spermienvolumen, und ein um immer noch 0,38 Milliliter größeres als Männer, die erst seit Kürzeren oder seltener zu Fischölkapseln griffen.

Diese Ergebnisse ergänzen sich mit neuen Erkenntnissen aus einer Beobachtungsstudie aus 2023: Diese zeigte, dass eine mediterrane Ernährung, welche reich an Fisch ist, sich positiv auf Gesamtanzahl, Motilität und Lebensfähigkeit der Spermien auswirkt.4

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4. Schwarze Johannisbeeren

Setzen Sie auf Obst- und Gemüsesorten mit Vitamin C, da es die Samenbildung in den Hoden unterstützen soll. Zu den Spitzenreitern gehören Schwarze Johannisbeeren, aber auch Sanddorn, Zitrusfrüchte und Fenchel sind reich an dem Vitamin. Ebenso gilt Vitamin E als Unterstützer bezüglich der Spermienqualität. Das ist in den o. e. Nüssen enthalten, allen voran in Pistazien, und in verschiedenen Pflanzenölen wie Kokos-, Lein- und Olivenöl.

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5. Noriblätter

An der Universität Kalifornien untersuchte den Einfluss der Ernährung auf die Qualität von Spermien – der Hauptfokus lag auf Aneuploidien, also Abweichungen von der normalen Chromosomenzahl in den Spermien. Sie kommen bei ein bis vier Prozent aller Spermien vor und erhöhen das Risiko für Chromosomenanomalien wie Down-, Turner- oder Klinefelter-Syndrom. Es zeigte sich, dass Männer mit hoher Folataufnahme insgesamt eine geringere Häufigkeit aneuploider Spermien aufwiesen.5

Besonders reich an Folat sind Noriblätter, wie man sie vom Sushi kennt. Die Algen können aber auch in Misosuppe oder als Topping für asiatische Gerichte verwendet werden. Wichtig zu wissen: Folat ist hitzeinstabil, daher sollten die Blätter möglichst wenig erhitzt werden. Weitere folatreiche Lebensmittel sind Tomaten und Erdnüsse.

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6. Haferflocken

Haferflocken sind eine gute Quelle für Zink. Das Spurenelement normalisiert den Testosteronspiegel im Blut und regt die Spermienbildung an. Wer keine Haferflocken mag, kann auch zu Milchprodukten, Austern, Erdnüssen oder Linsen greifen. Und sie stecken auch in den hier schon mehrfach erwähnten Nüssen, besonders in Walnüssen.

7. Paranüsse

Paranüsse sind reich an einem weiteren wichtigen Spurenelement, welches an der Spermienbildung beteiligt ist: Selen. In einer Studie mit unfruchtbaren Männern konnte eine Supplementation von Selen in Kombination mit Vitamin E die Gesamtqualität der Spermien um ganze 52,6 Prozent verbessern. Bei 10,8 Prozent der Probanden kam es sogar zu einer spontanen Schwangerschaft.6

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Gibt es weitere wirksame Maßnahmen?

Unabhängig von der Ernährung gibt es einen weiteren Einflussfaktor, den man selbst in der Hand hat: regelmäßiges Sporttreiben. Eine internationale Studie aus dem Jahr 2021 kam zu dem Schluss, dass Männer, die sich regelmäßig und ausgiebig bewegen, bessere Spermien vorweisen können als solche, die weniger sportlich aktiv sind.

Beeinflusst die sexuelle Aktivität die Spermienqualität?

Das dachte man zumindest früher: dass ein wichtig sei, regelmäßig zu ejakulieren, damit frisches Sperma nachkommt. Tatsächlich ist dem aber nicht so, wie im Gespräch mit FITBOOK der Urologe Dr. med. Christoph Pies versichert. Die Samenflüssigkeit verändere sich weder zum Guten noch zum Schlechten, wenn man länger keinen Sex hatte. Das sollen auch US-Forscher mit einer groß angelegten Studie belegt haben.

Quellen

2024-06-18T15:05:53Z dg43tfdfdgfd